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Pressemitteilung Burn-out: Persönliche und strukturelle Ebene nicht gegeneinander ausspielen!

„Die Große Koalition hat ausnahmsweise einmal Recht, auch wenn es ihr nicht bewusst ist: Als Antwort auf die Zunahme von Burn-out braucht es selbstverständlich sowohl Maßnahmen in den Betrieben als auch leistbare Psychotherapieangebote für die Betroffenen“, sagt Christian Krall, Initiator und Verfasser der Broschüre „Stopp Burn-out“. Die Broschüre hat seit dem Jahr 2007 in mehreren Auflagen eine österreichweite Gesamtauflage von 33.500 Stück erreicht und wird von den Alternativen und Grünen GewerkschafterInnen vertrieben.

Der promovierte Philosoph und ausgebildete Sozialarbeiter weiter: „Die strukturellen Ursachen und die persönliche Ebene bei psychischen Problemen am Arbeitsplatz dürfen auf keinen Fall gegeneinander ausgespielt werden. Das wäre zynisch und dumm. Damit ist niemandem geholfen.“ Was zusätzlich in den Blick genommen werden müsse, so Krall, seien die objektiv begründete Angst um den Arbeitsplatz und die nach wie vor völlig unzureichende soziale Absicherung: „Arbeitsplatzverlust in Folge psychisch bedingter langer Krankenstände kann leider noch immer sehr schnell zu einem massiven sozialen Abstieg und Existenzproblemen führen. Genau solche begründeten Sorgen sind aber das Letzte, was Menschen brauchen können, die in einem Burn-out sind. Ganz wichtig wäre das gegenteilige Signal, dass man den Leuten sagt, wir geben dir Zeit um gesund zu werden, und in dieser Zeit passiert dir garantiert nichts – und wir fühlen uns auch mitverantwortlich dafür, wie es danach weiter gehen soll!“

Wie Krall sagt, ist Burn-out eine Erkrankung unserer Gesellschaft, die aus ihr kommt und viel über ihren Zustand aussagt: „In den Unternehmen und Institutionen fehlt es an einer Kultur, in der die Menschen wahrgenommen und Ernst genommen werden und ihre Fähigkeiten und ihr Einsatz anerkannt werden. Im Gegenteil: Systematische Demotivierung steht auf dem Programm, bedingt durch falsches Führungsverhalten, Ignoranz und Bürokratismus. Auf der anderen Seite erleben wir rundherum einen wahnsinnigen Zwang zum vorzeigbaren Erfolg, zu diesem Mach-etwas-aus-dir und zum Prestige – auch da läuft sich etwas heiß, in einer unseligen Verschränkung von gesellschaftlichem und persönlichem Druck.“


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